Schnittwunden richtig versorgen

Scharfe Messer gehören beim Kochen und Zubereiten leckerer Speisen einfach dazu. Auch die erfahrensten und routiniertesten Köche können sich an einem solchen Messer jedoch binnen Sekunden verletzten. Einmal nicht richtig hingeschaut oder schlicht abgerutscht und schon ist eine unschöne Schnittwunde entstanden. Ein kleiner Messerschnitt ist hierbei bereits ausreichend. Schnittwunden zählen zu den am häufigsten vorkommenden Unfällen im Haushalt, weshalb es sinnvoll ist, die richtige Vorgehensweise nach einem solchen Ereignis zu kennen. Doch wie wird eine Schnittwunde schnell und richtig versorgt und was ist im Umgang mit umherliegenden Lebensmittel zu beachten? Mit diesen Fragen wollen wir uns in diesem Beitrag etwas genauer auseinandersetzen.

Schnittwunde versorgen im Überblick

Bei der korrekten Versorgung einer Schnittwunde ist zunächst der Zustand der Wunde entscheidend. Hierbei spielen sowohl die Größe der Wunde und die Körperstelle als auch der Verschmutzungsgrad eine Rolle. Eine Schnittwunde Finger ist in der Regel ungefährlicher als ein Schnitt in die Handfläche. Sie sollten zuerst prüfen, ob sich in der Wunde etwaige Schmutzpartikel befinden, die später zu Entzündungen oder Reizungen führen könnten. Diese sollten zunächst mit etwas klarem und kaltem Wasser vorsichtig abgewaschen werden. Sind keine Verschmutzungen zu erkennen oder diese bereits entfernt worden, sollten kleinere Schnittverletzungen zunächst etwas ausbluten. Bei oberflächlichen Wunden stoppt die Blutung in aller Regel nach kurzer Zeit von ganz allein. Sodann können Sie die Schnittwunde versorgen, indem Sie bei Bedarf ein Pflaster anbringen, um künftige Verunreinigungen bis zur vollständigen Abheilung der Wunde zu vermeiden. In einem solchen Fall ist für Sie dann nichts weiter zu veranlassen.

Eine tiefe Schnittwunde hingegen, dessen Blutung nicht von selbst aufhört, sollten mittels einer frischen Kompresse oder einem Verbandspäckchen behandelt werden. Die entsprechende Körperstelle sollte dann nach Möglichkeit hochgelagert werden, bis die Blutung stoppt. Für den Fall, dass die Blutung auch den angelegten Verband durchdringt und auch nach einigen Minuten stark unverändert weiterblutet, sollten sich vorsichtshalber umgehend einen Arzt aufsuchen. Starke Blutungen können ein Indiz für die Verletzung eines Blutgefäßes sein und sollten daher durch einen Mediziner genau lokalisiert und versorgt werden. Im Härtefall ist hierbei das Nähen oder Kleben der Wunde von Nöten, das Sie selbst natürlich nicht durchführen können. Ein Besuch in der Notaufnahme ist somit zu empfehlen.

Mögliche Begleiterscheinungen und Komplikationen

Besonders Schnittverletzungen, die durch scharfe Klingen hervorgerufen werden, können neben Hautverletzungen auch schwerwiegendere Schäden innerhalb des Körpers anrichten. Während oberflächliche, vergleichsweise leichte Schnitte meist ausschließlich die Hautschichten beschädigen, können tiefgehendere Schnitte zeitgleich Nerven, Sehnen, Muskeln oder auch Gefäße verletzen. Hieraus können Beeinträchtigungen in der Bewegung oder der Empfindung resultieren. Um diese beschädigten Muskeln oder Sehnen wiederherzustellen sind oftmals operative Eingriffe und Rehabilitationsmaßnahmen notwendig.

Besondere Vorsicht ist auch dann geboten, wenn in der Küche mit scharfen oder stark gewürzten Lebensmitteln gearbeitet wird und diese Gewürzpartikel in die Schnittwunde gelangen. Auch wenn es auf den ersten Blick meist nicht zu sehen ist, können kleine Partikel in die Wunde und somit in den Organismus gelangen. Werden diese Partikel nicht rechtzeitig erkannt und erfolgreich entfernt, können sie nicht nur Hautreizungen, sondern auch schwerwiegende Entzündungen verursachen, die sodann mit Antibiotika behandelt werden müssen. Unbehandelte Infizierungen können im schlimmsten Falle zu Blutvergiftungen führen, die schließlich lebensbedrohlich sind. Wichtig ist es daher, den Heilungsprozess und die Entwicklung der Wunde stets im Auge zu behalten und bei auftretenden Schmerzen oder Schwellungen einen Mediziner zu Rate zu ziehen.

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